Dienstag, 8. März 2016

AKWABA - Willkommen zu den Afrika Tagen in Nürnberg und Erlangen


AKWABA  Veranstaltungen zu Afrika bzw. Maghreb in Erlangen

Für die AKWABA Afrika Tage in Nürnberg hat sich die Nürnberger Initiative für Afrika (NIfA) dieses Jahr für Nordafrika-Maghreb als Schwerpunktregion entschieden. Dazu finden im Juli zwischen dem 8. und 23.7.2016 mehrere Veranstaltungen statt.
Zur Freude der Teilnehmer aus Erlangen konnte dieses Jahr der Kulturpunkt Bruck als neuer Veranstaltungsort in Erlangen gewonnen werden. Hier wird im Juli der Kunstsalon (21.7.) stattfinden.

Nicht zur NIfA gehörend, aber doch mit dem Thema Afrika bzw. Maghreb beschäftigen sich folgende Veranstaltungen in Erlangen:

Bereits am kommenden Samstag findet eine LesungHinter den Dünen das Licht“ des Priesters und Poeten Dr. Andreas Knapp statt, der 40  Tage lang in einer Einsiedelei in der Sahara lebte. In seinem spirituellen Tagebuch beschreibt er den „Zauber der Landschaft und die Schönheit des Lichtes“. Ständig präsent scheint ihm „das Geheimnis von Leben und Tod, dem man in der Wüste auf die Spur kommen kann“.    
Die laufende Ausstellung der beeindruckenden und großformatigen Malereien von Hartmut Pfeuffer, die in der algerischen Sahara, Tibesti (Tschad), Marokko und Libyen entstanden, sind noch bis zum 12.3. zu sehen und unterstreichen die Erlebnisse des Poeten.
Samstag, 12. März, um 19.30 Uhr, Herz Jesu Kirche am Katholischen Kirchenplatz 8

Im April reisen wir mit dem Fernweh-Forum nach Kenia. Unter dem Motto „Afrika, ein vergessener Kontinent?“ bereist das Biologen-Ehepaar Zick aus Erlangen seit vielen Jahren die ostafrikanischen Länder entlang des Großen Afrikanischen Grabenbruchs (Rift Valley). Dabei begeben sie sich auf die Spuren von besonderen Tier- und Pflanzenarten. Mit Mietwagen und Zelt bereisten sie Kenia auf eigene Faust und erlebten eine großartige Natur außerhalb der Nationalparks und kamen auf diese Weise den normalen Bewohnern im heutigen Kenia sehr nah.
Donnerstag, 14. April, um 19.00 Uhr, Kulturpunkt Bruck, Fröbelstr. 6

Am darauffolgenden Wochenende widmet sich der Töpferworkshop dem Thema „Tajine aus Marokko“. Das traditionelle Kochgeschirr aus Ton gehört zu Marokko wie die Kunsthandwerker, die nicht nur Tajine sondern auch Teller, Schalen, Schüsseln, und vor allem die herrlichen Brunnen und Tische aus kleinen Fliesen herstellen und kunstvoll glasieren. Ist dann das selbstgetöpferte Tajine gut gelungen, steht dem gemeinsamen Kochen eines Tajine-Gerichts, das meist geschmort wird, nichts mehr im Wege.
Freitag, 15. April 18 - 21 Uhr und
Samstag, 16. April 09 - 17 Uhr,  Kulturpunkt Bruck, Fröbelstr. 6

Am Montag darauf präsentiert Prof. Dr. Thomas Demmelhuber, Professor an der Universität in Erlangen,  den Vortrag „Ägypten und Tunesien fünf Jahre danach“ und geht der Frage nach, wie es zu den unterschiedlichen Resultaten trotz ähnlicher Ausgangssituation im „Arabischen Frühling“ gekommen ist. In Tunesien entwickelt sich eine „zaghafte“ Demokratie, Ägypten kehrt zum „autokratischen Herrschaftsmuster“ zurück.
Montag, 18. April, 19.30 Uhr, Volkshochschule, Friedrichstr. 19

Im Mai gibt es während des Stadtteilfestes „Grüne Art - Kunst und Natur“ im Cap-Sahara-Zelt Informationen zu den Maghreb-Ländern Algerien, Tunesien und Marokko mit grünem Tuareg-Tee.
Samstag, 7. Mai, 13 - 18 Uhr, Brucker Seela


Der "gemeine" Algerier

Ein Kommentar zu den Vorkommnissen in der Kölner Silvesternacht


Der „gemeine“ Algerier ist ein Mensch wie Du und ich, also ganz normal. Genauso wie der normale Marokkaner, Tunesier, Mauretanier, Libyer, Ägypter, Syrer, Türke, Spanier, Südfranzose, Süditaliener und so weiter, und so fort. Wir alle sind im biologischen Sinn Homo sapiens, vor vielen Millionen Jahren aus AFRIKA ausgewandert, auch wir Deutsche. Es gab eine Zeit, da gehörten alle oben Genannten zum Römischen Imperium, also zu „Europa“, wie es immer so schön heißt. So weit, so allgemein.

Können Sie, wenn Ihnen ein Mann mittlerer Größe mit schwarzen Haaren, das freundliche Gesicht ziert der feine Oberlippenbart, auf der Straße entgegenkommt, sofort erkennen, ob er aus einem der oben geschriebenen Länder kommt?  Sehen Sie, ich auch nicht, obwohl ich die meisten dieser Länder bereist habe.
Es gibt sogar Deutsche, Österreicher oder Schweizer, auf die oben stehende Beschreibung passen würde, natürlich werde ich niemandem etwas unterstellen, aber auch den Nordafrikanern nicht.
Und da wollen die fröhlichen, sagen wir mal, beschwipsten Damen und später die überarbeitete Polizei in den betreffenden Städten in dem Massengetümmel der Silvesternacht genau gewusst haben, dass sie von Marokkanern und Algeriern „begrapscht“ wurden? Ich habe da meine Zweifel.

Es ist bezeichnend für die Verallgemeinerung der deutschen Medien, dass, um die Geschehnisse am Kölner Hauptbahnhof zu beschreiben, zum Vergleich ausgerechnet der Tahrir-Platz in Kairo, in Ägypten wohlgemerkt, gezeigt wurde. Wieso wurde nicht ein Platz des 1. November in Algier oder ein Platz Mohammed VI. in Casablanca in Marokko gezeigt? Weil es kein Beispiel von dort gibt!
Man darf nicht Marokkaner und Algerier verurteilen und Ägypter zeigen.
Falls es tatsächlich Männer aus diesen Ländern waren, sind sie trotzdem nicht alle zu verurteilen, wie es zur Zeit gemacht wird. Natürlich werden jetzt Beispiele von Frauen gezeigt, die von Männern in den jeweiligen Ländern belästigt wurden. Leider ist dies eine Tatsache, die in den letzten Jahren zugenommen hat.  

Die überwiegende Mehrheit der Nordafrikaner lebt unauffällig in Deutschland und gehört zur normalen Bevölkerung. Algerier sind teilweise vor 30 Jahren nach Deutschland gekommen, weil in Algerien ein brutaler Bürgerkrieg herrschte, der Hunderttausende Todesopfer zu beklagen hatte, die Verschwunden nicht eingerechnet und weitgehend von der deutschen Presse unberücksichtigt. Sogar sie würden bei einer ordentlichen Regierung ohne Unterdrückung und mit mehr Gerechtigkeit und Freiheit in ihre Heimat zurückkehren, wenn sie nicht Angst vor Folter und Verfolgung haben müssten.

Nun werden pauschal alle Nordafrikaner verurteilt, das ist falsch! Es sind Männer gewesen, das ist die Tatsache. Woher sie kamen soll nicht an erster Stelle stehen. Denn auch in Deutschland wird vergewaltigt, von Deutschen. Genauso wie in Indien von Indern, in Frankreich von Franzosen, in Polen von Polen, in den USA von Amerikanern, etc.. Männer scheinen allgemein ein Problem mit starken Frauen zu haben. Das hat nichts mit Nationalität zu tun, sondern mit Erziehung und Patriarchat.

Während des Urlaubs in den 1950er Jahren wurden genügend Frauen in Südeuropa von feurigen Italienern, stolzen Spaniern und verführerischen Südfranzosen umgarnt und ihnen ein lockeres „Bella Donna“ und andere Komplimente nachgerufen oder nachgepfiffen oder sie am Strand von Rimini oder anderswo zu einem Glas Wein eingeladen. Hat man da von Belästigung geredet? Nein, das war galant, temperamentvoll, südländisch eben. Da wurden die kühlen Norddeutschen ganz neidisch.

Heutige Urlauberinnen reisen nach Nordafrika und in andere sonnenverwöhnte Länder und präsentieren sich in Bikini oder weniger am Strand, der nicht überall privat ist, schlendern im knappen Top oder durchsichtigem T-Shirt mit Minirock oder noch knapperen Shorts durch enge Gassen der Altstädte, in Museen, über Märkte und beschweren sich dann, dass sie angegafft werden oder so angezogen keine Moscheen besichtigen dürfen. Würden sie so in eine Kirche hineingelassen?
Dass Einheimische solches Verhalten nicht gut heißen, vor allem die Älteren, und die Jüngeren diese Art von  Touristinnen als Freiwild betrachten, wundert dann nicht mehr. Diese Frauen bieten sich förmlich an und gehen auf naive Weise auf die Komplimente der Südländer ein, geben wo möglich sogar noch ihre Telefonnummer her.
Vielleicht sind unter den vielen Neuankömmlingen auch welche dabei, die solche Urlauberinnen am Strand kennengelernt haben und nun denken, alle Frauen in Deutschland sind so leicht „zu haben“ wie der Urlaubsflirt, und eine Gelegenheit wie die in Köln ausnutzen. Woher sollen sie wissen, dass die Frauen im Alltag ein „biederes“ Leben führen und sich nur zu Partys oder eben im Urlaub freizügig kleiden? Aufklärung tut Not.

Trotzdem darf man Nordafrikaner und andere Neuankömmlinge nicht pauschal verurteilen, wie es zur Zeit geschieht. Ein Tunesier, der seit vielen Jahren in der Schweiz lebt, hat das Verhalten und die Meinung, die sich viele tunesische Männer über Europäerinnen bilden, in seinen Büchern („Der träumende Kameltreiber“, „Mit arabischen Grüßen“ u.a.) treffend beschrieben.
Die Bücher sind über www.AFARAB.de bestellbar.

Dies schreibt eine Frau, die mit einem Südafrikaner verheiratet war, verwitwet, nun mit einem Nordafrikaner verheiratet ist. Bewandert in Islam und Christentum, ausgestattet mit Herz, Humor und gesundem Menschenverstand und diesen vor allem wünscht sie den Lesern der Schlagzeilen von heute.

Und noch etwas: Wenn 1 Million Flüchtlinge in der EU auf 28 Länder verteilt werden, dann erhält jedes Land nur 35.715 Personen, genauso hoch ist die Anzahl, die Österreich jetzt aufnimmt. Die Österreicher sind schlauer! Und diese wenigen Menschen sind für Deutschland bei 80 Millionen Einwohnern doch kaum der Rede wert und sollten in einigen Monaten integriert werden können. Wie kann man sich nur so „verzetteln“? Arme Politik.

von Azile Theb