Donnerstag, 8. September 2011

Tuareg leiden unter Umbruch in Libyen

Die Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen weist auf die Gefahr hin, dass die Tuareg pauschal als "Gaddafi-Anhänger und Unterstützer" gesehen werden. Dies ist für einige wenige wahr, aber nicht für alle Tuareg, die in den Ländern, in denen sie leben, im Wesentlichen unter den Regierungen zu leiden haben.

Gaddafis Flucht und die Tuareg

Unter Libyens Tuareg wächst die Angst vor neuer Ausgrenzung und Diskriminierung nach dem Sturz des Gaddafi-Regimes. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen berichtete am Mittwoch, dass rund 500 Tuareg aus der Region Ghadames im Südwesten Libyens in den vergangenen Tagen im Nachbarland Algerien Schutz und Zuflucht gesucht haben.

Lage der Tuareg in Libyen katastrophal

Außerdem warne die „Koordination der Tuareg in Libyen“ vor Übergriffen und bezeichne die Lage der Ureinwohner im Land als „katastrophal“. Der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius warnte: „Es ist fatal für die Tuareg, dass sie pauschal als Gefolgsleute Gaddafis dargestellt werden und ihnen sogar eine führende Rolle bei der Flucht des Diktators beigemessen wird. Damit wird einerseits ihr politischer Einfluss in Nordwestafrika überschätzt und gleichzeitig die Vielfalt der Tuareg-Bewegung ignoriert. Denn auch Repräsentanten der 600.000 in Libyen lebenden Tuareg wurden von Gaddafis Schergen bedroht und mussten deshalb das Land verlassen.“

Tuareg sind die Verlierer des Umbruchs in Libyen

Delius befürchtet, dass die Tuareg wieder einmal ...