Dienstag, 19. Oktober 2010

Niger: Tuareg fürchten Folgen des Uranabbaus

Die Gesellschaft für bedrohte Völker ruft zu einer Kampagne auf, um den Tuareg im Niger zu helfen, deren Lebensraum durch den Uranabbau zerstört wird.

Für die Tuareg ist der Rohstoffreichtum ihres Landes zum Fluch geworden. Immer größere Gebiete werden durch den Uranbergbau zerstört und die freigesetzte radioaktive Strahlung schädigt die Gesundheit der Halbnomaden. Von der Regierung oder den Bergwerksbetreibern erhalten die Tuareg keinerlei Entschädigung. Der Bau der Minen hat dazu geführt, dass heute rund 70 Prozent des Grundwassers in der Region aufgebraucht ist. Ohne Wasser können die Tuareg jedoch nicht in der Wüste und ihren Randgebieten leben.


Verseuchtes Grundwasser und verstrahlter Bauschutt zerstören Lebensraum der Tuareg

Algerien: Tuareg – die vergessenen Atomtestopfer

Die Gesellschaft für bedrohte Völker weist einmal mehr auf die Situation der Tuareg in Algerien hin, die von den Atomtests Frankreichs Anfang der 1960er Jahre betroffen waren.

Zwischen 1960 und 1966 führte Frankreich in den Wüstengebieten im Süden Algeriens – dem traditionellen Lebensraum der Tuareg - Atomwaffentests durch. Lange waren die Tests und ihre Folgen für die Umwelt und die Menschen, französische Soldaten, die sich nach den Tests in dem kontaminierten Gebiet aufhielten, aber auch die für Bewohner der Region, die Tuareg, in der öffentlichen Diskussion sowohl in Algerien als auch in Frankreich tabu. Doch seit in Frankreich immer mehr Opfer der Atomversuche eine Aufklärung der Folgen der freigesetzten radioaktiven Strahlung und eine angemessene Entschädigung der Betroffenen verlangen, wird auch in Algerien mehr über die skandalösen Umstände der Nukleartests bekannt.

Berg explodiert durch falsch berechnete Sprengkraft - Radioaktivität bedroht Tuareg